Wenn du aufhörst, gibt’s ein Eis!

 

Kind schreit halbe Innenstadt zusammen und wälzt sich schäumend durch die Fußgängerzone.

 

 

Der Alptraum jeder Mutter. Sagt mal, geht es euch auch manchmal so, dass ihr euch überreizt fühlt und deutlich überspannt agiert und reagiert?

Unter den Augen der Öffentlichkeit gelingt den Muttis in solchen Familiendramen meist ein glimpflicher Abgang. Leise gezischte Bestechungen wie „wenn du aufhörst, gibt’s ein Eis“ oder Drohungen wie “ wenn du nicht aufhörst, gibt’s kein Eis“ haben schon so manches Kind wieder aufstehen lassen. Und zu Hause? Ein großer Vorteil von Dramen im öffentlichen Raum sind natürlich auch die vielseitigen Ermutigungen und Ratschläge der Passanten. Ohne diese Unterstützung würde die hilflose Mutter mit dem tollwütigen kleinen Monster sicher nicht fertig werden. Und zu Hause?

Ich finde mich immer wieder in Situationen wieder, in denen ich mich überreizt fühle von Diskussionen, Lautstärke, konsequenter Ignoranz mütterlicher Ansagen, Zeitdruck, Chaos, Müdigkeit und sonstigen Themen, die meinen Kopf mitten im Alltag besetzt halten.

Meine innere Anspannung spiegelt sich manchmal erkennbar im Verhalten meiner Kinder wieder. Ich glaube sie spüren, dass ich nicht voll da bin, ihnen nicht richtig zuhöre, mehr rummecker als fröhlich bin. Und es färbt auf sie ab. So ein Mist. Und dann? Steck mal drei unausgeglichene Frauen in ein Zimmer. Da will keiner freiwillig dabei sein.

Ich bin zu Gott gegangen und habe Ihm mein Leid geklagt:

„Was soll ich tun? Immer wieder komm ich an den Punkt, wo ich nicht mehr die liebevolle, weise Mama bin, die ich eigentlich sein möchte. Wo ich übertrieben auf den Putz haue, wo ich die Situation zum eskalieren bringe anstatt zu entschärfen. Wo ich das Gefühl habe, mir selber zu entgleiten.“

Gott: „Nun ja, deine Aufgabe rechtfertigt eine zeitweise Überforderung.“

*grins* “ Danke, das konntest du nicht anders einrichten, oder? Nunja. Aber wie wäre es mit einem Schutzmantel um die Nervenbahnen? Bitte gib mir irgendwas.“

Gott: „Schau dir mal dein Herz an.“

„Mein Herz? Ja. Es sieht knallig rot aus, pulsiert kräftig und… es hat eine transparente sehr dünne Haut.“

Ja genau. So fühl ich mich. Ich liebe mein Leben, es pumpt viel Leben und Liebe durch meine Adern und gleichzeitig bin ich so empfindsam. Manchmal auch sehr empfindlich. Vor allem wenn kleine Motz-Monster über längere Zeit auf der gleichen Stelle rumhacken. *seufz* Ich werde niemals immun gegen diesen Stress sein, aber etwas unempfindlicher vielleicht? Eine Postkarte meiner Mutter brachte mich zum grinsen, darauf stand: „Mamas brauchen ein dickes Fell. Aber ein ganz weiches.“

Nach einigem Hin und Her meinte Gott erneut zu mir:

„Schau dir dein Herz nochmal an.“

„Oh!“ rief ich erstaunt. „Ich sehe mein kleines Herz wie es von einem größeren Herz umschlossen ist.“

Gott: „Das ist mein Vaterherz. Tränke dein Herz, alles was in dir ist jeden Morgen neu in meiner unendlichen Liebe. Lass mich deinen Mangel ausfüllen und lass meine Liebe dein Schutzmantel sein.“

Ich war sehr berührt von diesem Bild, das Gott vor meinem inneren Auge gezeichnet hatte. Es ermutigt mich. Ich will mich bewusst von Ihm mit Liebe, Geduld und Weisheit ausrüsten lassen, denn ich selbst habe zu wenig zu geben. Gott erweitert meine Grenzen durch Jesus in mir.

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Seine Liebe in mir hat einen langen Atem, und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Sie ist reich an Freundlichkeit und guten Worten.

Sie wird nicht von Stress und Ärger zerfressen.

Diese Liebe in mir ist nicht vorgespielt, sie ist nicht unhöflich

und sucht nicht ihren eigenen Vorteil.

Sie wird nicht bitter und rechnet auch den Ungehorsam nicht an.

Seine Liebe in mir freut sich über das laute und bunte Leben,

die Freiheit und Unbekümmertheit der Kinder.

Alles erträgt sie, in allen Umständen vertraut sie, alles hofft sie und alles hält sie aus.

Niemals versiegt sie, diese wahre Liebe.

 

(nach 1. Korinther 13, 4-8)

 

Der Wind des Alltags ist rau und ich gebe zu, ich ringe darum, diese Zusage Gottes immer wieder in Anspruch zu nehmen. Doch ich hoffe dass die wunderbare Liebe Gottes in mir von Tag zu Tag, von Niederlage zu Niederlage und von Sieg zu Sieg stärker wird.

Und bis dahin bete ich am Ende eines Tages nicht selten:

„Herr verzeih meine Unzulänglichkeit und gleiche meinen Mangel aus.

Danke, dass deine Liebe auch mit mir einen langen Atem hat.“

 

 

 

 

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