Ich will sie nicht verpassen.
Ich will sie nicht ungeachtet vorüber ziehen lassen.
Ich will sie mir nicht nehmen lassen.
Ich lasse sie mir nicht rauben.
Welche Überschrift gebe ich dem heutigen Tag?
Wäschewaschen und Kloputzen?
Essensplanung und Großeinkauf?
To-Do-Liste abarbeiten?
Oder manchmal vielleicht einfach nur: Überleben?
Es klingt alles nicht besonders verheißungsvoll für einen Start in den Tag, oder? Nichts davon zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Ne, die Überschriften gefallen mir nicht. So lass ich mir meinen wertvollen Tag nicht diktieren. Delete.
Aber was dann? Nun gut. Lege ich erstmal mein Handy mit all seinen Ereichbarkeits-Funktionen zur Seite. Denke ich jetzt mal nicht an die Freundin, die den Status „Hotel Mama 4 Sterne“ verdient (bei mir reichts höchstens zur Jugendherberge). Stoppe ich mal meine Gedanken, die Essenspläne umgraben und schon durch die Gänge im Penny galopieren. Nein, ich verweise nun selbst die ehrenhaften Gedanken, welche bedürftige soziale Gefilde außerhalb meiner Familie durchstreifen des Platzes.
Ich denke jetzt mal…
an die zarte warme Hand meiner Tochter, die beim kalten Herbstspaziergang so wohlig in meiner gelegen hat. An ihre lieblichen Küsse, ihr Flüstern: Ich muss dir was wichtiges sagen Mama: Ich lieb dich. Ich denke an die Berge von buntem Laub draußen im Park und wie kleine Hände für Blätterregen sorgen. Ich denke daran, wie die zwei großen Mädchen mit ihrem kleinen Brüderchen Mutter-Vater-Rind spielen und wie ich scheinbar unsichtbar daneben sitze und zuschauen darf. Ich denke an meinen Kleinen, wie er stolz sein Köfferchen trägt, mir einen feuchten irgendwie undefinierten Kuss gibt und winkend den Raum verlässt, um gleich darauf strahlend wieder hineinzustürzen und sich in meine Arme zu werfen. Und ich denke daran wie mein Mann mir im Vorbeigehen über den Rücken streicht oder mich beim herumwuseln unterbricht und in den Arm nimmt, für eine kleine süße Ewigkeit …
Ja, diese Momente will ich nicht verpassen. Save! Save! Save!
Meine Überschrift über diesem Tag sollte also vielmehr lauten:
Geschenkte Zeit mit meinen wundervollen Kindern.
Oder: Ich möchte Raum für Begegnung schaffen und auf das Wesentliche achten.
Ich möchte alle Sinne frei haben für mein Leben!
Lieben und mich lieben lassen.
Und dem sei Kochen, Putzen, Handy, Vereinbarungen und Verabredungen sonstiger Art untergeordnet. Confirm!
PS: Ein Buch, das ich gerade lese und gerne weiterempfehle: Der Tag, an dem ich aufhörte, „Beeil dich“ zu sagen. Lektionen einer entspannten Mutter. Von Rachel Macy Stafford. Ein Augenöffner für gestresste Mütter.
Seit gegrüßt und ermutigt für euren teuren treuen Alltag.
Johanna


oh Johanna, du bringst mich zum lachen!!
Jugendherberge: gibts dann bei dir auch diesen undefinierbaren Tee aus großen, weißen Plastikeimern?! 😉 und wie bitte spielt man Mutter-Vater-Rind?! oder heißt das Kind?? 😉
und dann kommen mir die Tränen bei der Überschrift des Tages: “ Lieben und mich lieben lassen“
Confirm!
danke <3
Liebe Antschana
Auf die Idee mit den großen Eimern kam ich noch gar nicht.dann muss ich nicht so oft nachkochen.super,danke.
Mutter-Vater-Rind spielt man ähnlich wie M-V-Kind…aber nicht ganz der Klassiker 😉
Und die liebe… Ja.die ist mir doch das liebste.und dich mag ich auch <3 🙂