Und wenn er kommt? Dann laufen wir…

Ich stehe in der Fußgängerzone mit meinem kleinen Sohn an der Hand. Fasziniert durchdringen seine Blicke zwei Reihen Trompeten, Klarinetten und Posaunen, bis sie im hintersten Eck beim Schlagzeuger ankommen. Weihnachtsmusik. Rudolph, Niklaus ist ein guter Mann und der leise rieselnde Schnee. Und plötzlich kommen mir die Tränen.

Macht hoch die Tür, die Tor‘ macht weit!
Es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt,
der halben jauchzt, mit Freuden singt:

Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Ein altes Lied dass eine große Sehnsucht in mir zum Klingen bringt. Eine Wahrheit, die mich ehrfürchtig und erwartungsvoll zum Himmel blicken lässt.

Wann? Wann kommst du Herr?

Advent, bedeutet Ankunft und darf uns erinnern an den großen Gott, der sich aus Liebe ganz klein gemacht hat, um uns auf Herzenshöhe zu begegnen. Bethlehem. Seit dem ist Gott für uns nahbar geworden. Persönlicher als je zu vor. Zu jeder Zeit. An jedem Ort. Er wohnt, wo Menschen ihn einladen. Wenn Gott der Stallgeruch nichts ausgemacht hat, dann kommt er auch mit meinem Mist zurecht. Was ein Glück.

Advent,  bedeutet Ankunft, und ich spüre, dass mein Herz sich nicht zurück in den Stall sehnt sondern einer anderen Ankunft entgegenwartet. Als Jesus diese  Erde verließ, versprach er wiederzukommen. Und seit ich ihn kenne, unsichtbarer Weise, sehne ich mich nach ihm. Nach seinem Besuch. Seiner Wiederkehr.

Mit dieser Sehnsucht steh ich nicht allein. Große Teile dieser Welt weinen und ersehnen sich Erlösung. Ähnelt diese Welt nicht einem Klumpen Dreck? Machthaber werfen mit Dreck um sich und ziehen Menschenmassen in diese Schlammschlachten hinein. Ungerechtigkeit und Leid, im großen und auch im kleinen häuslicheren Stil zu finden. Doch diese Welt ist kein Klumpen Dreck. Hier und da schimmert noch das Gold hindurch. Kleine paradiesische Momente und Orte, die uns erinnern wie diese Welt eigentlich gedacht war und wie sie wieder sein wird, wenn Jesus hier fertig ist mit aufräumen. 

Ich sehne seinen “ himmlischen Hausputz“ wirklich herbei.

Advent. Ich warte. 

Der Friedefürst kommt.

Es wird Licht.

Hoffentlich bald.

Meine Kerzen brennen für Hoffnung,

für Erwartung.

 

Ich reihe mich ein in die unendlichen Reihen der Fürbitter dieser Welt .

Er ist gerecht, ein Helfer wert,
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
sein Königskron‘ ist Heiligkeit,
sein Zepter ist Barmherzigkeit;
all unser Not zum End‘ er bringt,
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Heiland gross von Tat!

 

Maranatha!  

Ich lebe besser wenn ich Ihn erwarte. Ich bin wach. Ich konzentriere mich. Ich bereite mich vor.

Und bis er kommt, putze ich, so gut ich kann, vor meiner eigenen Haustür.

Und wenn Er kommt?

Dann laufe ich ihm entgegen.

 

http://

9 comments

  1. Antschana says:

    Was für wunderbare Worte, liebe Johanna. Und ein wunderschönes Lied: genau das ist Advent: Komm, HERR Jesus!!
    Und dann will ich alles stehen und liegen lassen und einfach IHM entgegenlaufen!

  2. 5heringe says:

    Superschön, wie Du das geschrieben hast. Nur Jesus kann die Spannung(en) dieser Welt auflösen, da hast Du echt recht. Danke für diesen Moment des Aufatmens, den Du mir mit Deinem Text im Advents-Trubel geschenkt hast! Barbara

  3. Beate Jung says:

    Ja wir wollen die Herzenstür hoch machen und das Herzenstor weit auf,
    er ist schon im Kommen, ist uns schon nah, der Herr der Herrlichkeit, himmlische
    Realität und unveränderbare Präsenz, in allen Wirren, in den Turbulenzen und der Dunkelheit dieser Weltgeschichte.

    Er hört auf die unendliche Menge der Beter, nicht der leiseste Ruf bleibt ihm verborgen.
    Er sammelt gerade seine Menschen in aller Welt, viele aus Not und Leiden, Er, der alle Tränen abwischt !
    …und weißt du was, wir haben ähnliches erlebt, am Sonntag hab ich auch über das ganze Weihnachtsmarktgetümmel ldie Trompeten die Klänge dieses Liedes spielen hören, ich bin der Melodie sehnsüchtig nachgelaufen, um zu sehen woher sie kommt; ganz oben auf einem Balkon standen ein paar Musiker und ich freute mich so über sie.
    Im lauten und ablenkendem Getriebe des Weihnachtsmarktes, waren diese Klänge für eine
    kurze Zeit die Allesübertönenden und wer sein Herz öffnen wollte zwischen Punsch und Bratwurst, der konnte sie hören
    und mitnehmen, sie klingen als Hinweis auf die ewige Wahrheit in uns weiter……
    Beim Zuhören fiel mir die letzte Strophe dieses Liedes ein :

    Komm o mein Heiland Jesus Christ, meins Herzenstür dir offen ist.
    Ach zieh mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein.
    Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewigen Seligkeit,
    dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.

    Dass Gottes Gnade und seine Freundlichkeit noch vielen erscheinen möge, ist mein Wunsch für diese Weihnachtzeit, Maranatha

  4. Laura Camacho de Hamdorf says:

    Querida Johanna, cómo poder expresarte lo que mueves en mí cuando te leeo, cuando te escucho, cuando de Dios te expresas…cuando por El y para El cantas…

    Gracias por compartir tus pensamientos con nosotros.

    Una muy feliz Navidad te deseo a ti y a toda tu familia esperando pronto volver a escuchar noticias tuyas.

    Un fuerte abrazo,

    Laura (México ) 😉

Kommentar verfassen

Ihre Kommentareingaben werden zwecks Anti-Spam-Prüfung an den Dienst Akismet gesendet. Weitere Informationen und Hinweise zum Widerrufsrecht finden sich in der Datenschutzerklärung.

Wir nutzen die eingegebene E-Mailadresse zum Bezug von Profilbildern bei dem Dienst Gravatar. Weitere Informationen und Hinweise zum Widerrufsrecht finden sich in der Datenschutzerklärung.