Tosende Wasser

Dieter-Schütz @ pixelio.de

Unser Lebensweg gleicht einer Wanderung. Da geht es mal durch saftige Blumenwiesen wie über steinige Bergrücken. Alles gehört dazu und wir meistern diese Abschnitte gut. Doch plötzlich stehen wir an einem Flussufer und wissen nicht, wie wir über das Wasser kommen können. Gibt es einen Steg? Fehlanzeige. Eine Fähre? Keine Spur. Eine Seilbahn? Nicht zu sehen.
Stattdessen tosen die Wassermassen an uns vorbei. Die Gischt spritzt uns ins Gesicht, sobald wir zu nahe an das Ufer treten. Die Strömung reißt alles mit sich fort, was ihr in den Weg kommt. Und Strudel ziehen in die Tiefe, was sie zu fassen kriegen.

Was sollen wir tun? Was kann ich machen, um meinen Weg fortsetzen zu können? Ohne ans andere Ufer zu gelangen, hat meine Wanderung keinen Sinn mehr. Aber das ist faktisch unerreichbar. Also trete ich auf der Stelle und suche nach Alternativen – doch ich finde keine. Ich komme nicht vorwärts, laufe an der Böschung auf und ab und strecke zur Probe den Fuß ins Wasser. Oh nein, das wäre beinahe schiefgegangen! Gegen diesen Strom bin ich machtlos!

Kennst du das Gefühl?

Nichts geht mehr. Kraft ist Mangelware und guter Rat teuer. Das Wegstück vor dir ist ein einziges Durcheinander: Wenn du da hinein gerätst, weißt du nicht mehr, was oben oder unten ist.

Nach über 40 Jahren bin ich an einen Hit erinnert worden, der genau diese Ufersituation aufgreift – und eine Lösung zeigt. „Like a bridge over troubled water“ von Simon und Garfunkel ist ursprünglich ein säkulares Lied. Aber der Song hat eine zweite Ebene: Man kann ihn als ein Versprechen verstehen, das Jesus uns gibt. Ins Deutsche übertragen lautet er so:

Wenn du erschöpft bist und dich klein fühlst, wenn in deinen Augen Tränen funkeln – ich trockne sie alle.

Ich stehe auf deiner Seite, wenn die Zeiten rau werden und sich keine Freunde finden.

Wie eine Brücke werde ich mich über das tosende Wasser legen.

Wie eine Brücke werde ich mich über das tosende Wasser legen.

Wenn du am Ende bist, wenn du auf der Straße gelandet bist,

wenn der Abend so kalt heraufzieht, dann spreche ich dir Trost zu.

Ich übernehme deinen Part, wenn die Dunkelheit kommt und nur Schmerz rundherum ist:

Wie eine Brücke werde ich mich über das tosende Wasser legen.

Wie eine Brücke werde ich mich über das tosende Wasser legen.

Segle weiter, Silvergirl! Segle daran vorbei!

Deine Zeit zu leuchten, kommt! Alle deine Träume sind schon unterwegs. Sieh, wie sie scheinen!

Wenn du einen Freund brauchst: Ich segle direkt hinter dir.

Wie eine Brücke über tosendes Wasser werde ich dein Denken beruhigen.

Wie eine Brücke über tosendes Wasser werde ich dein Denken beruhigen.

Georg Brand @ pixelio.de

Jesus erbarmt sich über uns, indem er uns in unseren schwierigsten Situationen eine Straße baut, auf der wir gehen können. Mit ganzem Einsatz opferte er sich sogar selbst, als es keinen Weg mehr zu Gott gab. Denn unsere eigensüchtige Haltung hatte eine Schlucht zwischen uns und Gottes Gegenwart gegraben. Während wir in innerer Dunkelheit lebten, legte er sich selbst über den Abgrund, der uns von Gottes Licht trennte. So wurde er zur rettenden Brücke.

Das war die großartigste Rettungsbrücke, die je gebaut wurde. Alle, die über Jesus zu Gott zurückgefunden haben, erleben ihn nun immer wieder auch in kleineren Rettungsmanövern: Wo Umstände uns an unsere Grenzen führen, da schenkt er neue Wege. Ja, letztendlich ist er immer der Weg, der uns ans Ziel führt, auch wenn wir einmal am letzten Ufer stehen werden: Dann erst recht wird er unsere Brücke sein, auf der wir unsere eigentliche Heimat erreichen.

 

4 comments

Kommentar verfassen