Mir zuliebe…

Es kann losgehen!
Sie hat den Rucksack gepackt, er hat die Wanderkarte studiert und einen Rundwanderweg im Gebirge festgelegt, der Hund freut sich. Das Wetter passt , die Sonne scheint. Der Weg – mit rotweißer Markierung und Nummer- führt erst mal durch den Wald. 

mir_zu_liebe_wegweiser

Er:“ Hier links kommt die erste Abzweigung.“

Sie:“ Da ist aber gar kein Schild!“

Er:“ Der Weg hat auch keine Nummer und kein Schild, aber er führt wieder auf den Hauptweg, glaub mir.“

Sie(runzelt die Stirn):“Wenn du meinst…“

 Der Weg ist steil und schmal und …verliert sich nach einer anstrengenden Viertelstunde in der Wildnis.

Sie: „Ich habs ja gleich gewusst, das kostet wieder Kraft und Zeit!“

Er:“ Aber die Richtung stimmt!“

 Die drei schlagen sich durch die Büsche und irgendwann…ist er wieder da, der markierte, nummerierte Hauptweg. Sie wandern weiter.

 Er: “ Hier müssen wir rechts ab!“

Sie: „Ist das wieder so ein Weg ohne Nummer?“

Er: “ Ja, vertrau mir doch, sind wir nicht immer an unserem Ziel angekommen?

Sie: „Ja, schon…“ und denkt dabei an nasse Füße, verschlammte Schuhe und stundenlange Irrwege. Sie bleibt stehen.

Sie: “ Ich gehe hier nicht!“

Er: “ Du hast selbst in deinem Blog einen Artikel geschrieben, man soll NEUE Wege gehen, sei doch mal mutig!

Sie: “ Ja, aber nicht im Gebirge, dafür habe ich zu viele Folgen „die Bergretter“ gesehen!

Er: “ Ok., Dir zu liebe gehen wir auf dem markierten Weg…, wenn ich alleine wäre, würde ich aber hier gehen!“ 

Sie ist zufrieden, er…nicht so ganz. Sie spürt, dass sie seine Abenteuerlust ausgebremst hat, aber ihr Herz ist ganz warm geworden bei dem Wort

 DIR ZU LIEBE….

 Dafür liebt sie ihn, den besten Ehemann!
Die Wanderung war lang, anstrengend, aber wunderschön, mit einer Wahnsinnsaussicht vom Gipfel. Stunden später landen sie müde, aber glücklich in ihrem Quartier. 

Die Liebe besteht nicht auf ihrem Recht, nimmt Rücksicht und erfüllt auch die Wünsche des anderen. 

Mir fällt dazu die Geschichte von Gideon ein, als Gott ihm zu liebe auf seine Bitte reagierte: Gideon bat Gott um ein Zeichen: 

Inzwischen betete Gideon zu Gott: »Gib mir doch ein Zeichen, an dem ich erkennen kann, dass du Israel wirklich durch mich retten willst!
 Ich bin gerade dabei, frisch geschorene Wolle auf dem Dreschplatz auszulegen. Lass morgen früh den Tau nur auf die Wolle fallen und die Erde ringsum trocken bleiben! Dann weiß ich, dass deine Zusage gilt und du Israel durch meine Hand retten willst.«
 Gott erfüllte ihm die Bitte. Als Gideon am nächsten Morgen die Wolle ausdrückte, füllte der Tau eine ganze Schale.
 Und wieder betete Gideon zu Gott: »Werde nicht zornig über mich, wenn ich dich noch ein einziges Mal um ein Zeichen bitte! Lass doch morgen früh die Wolle trocken bleiben und ringsum auf die Erde Tau fallen.«
 Auch diese Bitte erfüllte ihm Gott: Am nächsten Morgen war die Wolle trocken und auf der Erde ringsum lag Tau. “
Richter 6, 36-40

Ist es nicht erstaunlich, dass Gott geduldig diese Bitten erfüllte? So ein bisschen schlechtes Gewissen hatte Gideon schon bei seinem 2. Test. Aber…was tun Gott -und auch Menschen –  nicht aus Liebe!

Als ich noch ein ganz junger Christ war, habe ich das auch schon mal gemacht, „ein Vlies ausgelegt“, Gott hat mir damals als Antwort einen Regenbogen geschenkt, mir zu liebe.
Inzwischen ist mein Glaube gewachsen, ich brauche diese Art Gottesbeweis nicht mehr.

Man sollte seinen Glauben nicht auf „Vliese“ gründen, sondern auf Ihn.

Trotzdem…seine Liebe ist so groß, dass er manchmal auf unser „Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann….“ eingeht und wunderbare Dinge tut.

Dir zu liebe….

mir_zu_liebe_regenbogen

5 comments

  1. Antschana says:

    Den Gedanken, dass Gott ‚mir zuliebe‘ Dinge tut und auf meine Bedürfnisse eingeht, finde ich sehr wertvoll! Und die Geschichte von Gideon erfüllt mich mit tiefer Demut, dass Gott so mit sich handeln lässt!
    In Psalm 34 steht „Schmecket und sehet, dass der Herr gütig ist“ oder “ Erfahrt es selbst und seht mit eigenen Augen, dass der Herr gütig ist! Glücklich zu preisen ist, wer bei ihm Zuflucht sucht.“
    Ich glaube, dass unser Glaube an Jesus ein sehr realer und erfahrbarer, greifbarer, erlebbarer Glaube ist.
    Und je mehr ich mit Jesus erlebe, desto mehr erkenne ich, wie abhängig ich von IHM bin. Nein, mein Glaube gründet sich nicht in meinen Erfahrungen, sondern in IHN selbst und sein Wort! Aber je mehr ich IHM und seinem Wort glaube und mein Vertrauen auf IHN setze, desto mehr erfahre ich auch, dass ER sich mir zuwendet und aus Liebe zu mir mit mir handelt.
    Und davon kann und werde ich nie genug kriegen! Je größer mein Glaube wird, desto mehr wird mir bewusst, wie abhängig ich von IHM und seinen Liebesbeweisen für mich bin. Davon will ich immer mehr!! Und ich glaube, er wird mich noch viel mehr ’schmecken und sehen‘ lassen – aus Liebe…

  2. Inga says:

    Ich habe GOTT auch schonmal um einen Regenbogen gebeten aber es kam keiner und dann als ich mich schon damit abgefunden hatte dass es keinen für mich geben wird, kam ein Tag an dem es mir richtig schlecht ging. Ich wollte dann abends noch schnell etwas einkaufen und fuhr allein los, ohne Mann und Kinder. Und da stand ER wunderschön am Abendhimmel und ich wusste tief in meinem Herzen“ Der ist für mich“ Vielen Dank ein toller Artikel

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