Leben mit einer Verheißung

Advent. Wartezeit. Warten auf die Erfüllung einer Verheißung. 

Auch wenn es naheliegend wäre, geht es in meinem heutigen Beitrag nicht um Advent. Ich möchte euch
mitnehmen in eine ganz persönliche Geschichte und eine ganz persönliche Verheißung…  

 

25. April 2007

Ich sitze um kurz nach 18 Uhr im Zug von Bayreuth nach Kulmbach. Zeitgleich ist mein Mann auf dem Heimweg von der Arbeit; er fährt mit dem Bus zum Aschaffenburger Hauptbahnhof, um von dort mit dem Zug nach Würzburg zu fahren, unserem damaligen Wohnort. Zu diesem Zeitpunkt sind wir bereits fast sechs Jahre verheiratet, und müssen berufsbedingt Wochenend-Ehe führen.

Während ich also im Zug sitze, kommt aus heiterem Himmel eine Frage in mir auf:

„Was erhoffst du dir eigentlich vom Leben?“

– und noch bevor ich eine Antwort darauf geben kann, spielt sich vor meinem inneren Auge eine kleine Szene ab: Ich sehe mich in einem Garten stehen mit einem Gartenschlauch in der Hand beim Wässern des Rasens. Zwei Kinder kommen aus dem Haus – das Ältere ist ein Mädchen, der Zweite ein Junge. Ich bespritze die Kinder mit dem Schlauch. Mein Mann kommt aus dem Haus. Die Kinder und ich verbünden uns gegen ihn und bespritzen ihn mit Wasser. Da er aber der Stärkere von uns ist, überwältigt er uns, entwendet uns den Gartenschlauch und macht uns drei von Kopf bis Fuß nass. Klatschnass, Arm in Arm und glücklich lachend gehen wir vier ins Haus.

Als Beobachter dieser Szene habe ich sofort gedacht:

„Ja, genau das will ich vom Leben!“

Neu für mich ist, dass ich eine viel tiefere Liebe zu meinem Mann spüre, als ich sie bisher kenne.

Da mein Kinderwunsch und der Kinderwunsch meines Mannes zu diesem Zeitpunkt unterschiedlich ausgeprägt sind, beschließe ich, ihm nichts davon zu erzählen.

Als wir abends telefonieren, sagt er: „Als ich heute um kurz nach 18 Uhr auf dem Heimweg war, ist etwas Interessantes passiert. Ich saß im Bus und plötzlich kam eine Frage in mir auf:

Was erhoffst du dir eigentlich vom Leben? 

( – ich bekomme Gänsehaut – ) – und noch bevor ich eine Antwort darauf geben konnte, hat sich vor meinem inneren Auge eine kleine Szene abgespielt ( – ich halte die Luft an – ): Ich habe dich auf einer Wiese gesehen. Du bist in die Hocke gegangen und hast deine Arme ausgebreitet. Unser Kind – ein Mädchen mit schwarzbraunen Haaren so wie du – ist in deine Arme gelaufen.

Als ich diese Szene beobachtet habe, habe ich sofort gedacht:

Ja, genau das will ich vom Leben!

Und ich habe eine viel tiefere Liebe zu dir gespürt, als ich sie bisher kenne.“

WOW! War das krass!!!! Erst jetzt realisiere ich, dass ich mich nicht einfach einer Phantasie im Zug hingegeben habe, sondern dass es Reden Gottes war!

Seit Beginn unserer Ehe wollten wir unsere Entscheidungen mit Gott treffen. Über den Zeitpunkt der Familienplanung waren wir uns bisher nicht einig. Und jetzt das! Gott hat uns beiden – unabhängig voneinander – ein Bild von Familie gegeben. Wir schwebten auf Wolke 7, dass Gott sich sogar um solche Angelegenheiten kümmerte, und waren uns einig: Jetzt ist Familiengründungs-Phase angesagt!

Was wir beide damals noch nicht ahnten, war, dass das Ganze nicht „einfach nur“ ein Bild von Gott war, sondern es war mehr: Es war eine Verheißung!

Das, was so „romantisch“ begann, wurde in den nächsten Jahren zur Zerreißprobe.

Eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen.

Eine Zeit zwischen Glauben und Zweifeln.

Eine Zeit zwischen Lobpreis und Anklage.

Eine Zeit zwischen Beten und Schmollen.

Eine Zeit, in der mir dieses Bild aus dem Zug zum Strohhalm wurde, an den ich mich krampfhaft klammerte…

… und eine Zeit, in der mir dieses Bild als ein Hirngespinst erschien, das sicherlich psychologisch erklärbar war.

Es sollten noch weitere 5, 5 Jahre vergehen bis wir unser langersehntes Wunder endlich in den Händen halten durften….

Antschana bat mich, unsere Geschichte beim mamaabba-Gebetstag Ende Oktober zu erzählen. Was ich nicht wusste, war, dass sie das Ganze aufgezeichnet hat (ohne meine Erlaubnis … ts, ts, ts… 😉 ). Wenn du also möchtest, kannst du dir die ausführliche Version gerne anhören. Besser gesagt: den 1. Teil davon. Die Fortsetzung kommt am Freitag. Denn: Die Verheißung geht weiter, als ich bis vor kurzem angenommen hatte…. (also: sei gespannt auf Freitag 🙂 )

 

 

Anmerkung von Antschana: Wie Luisa schon verraten hat, hab ich die Aufnahme ‚heimlich‘ gemacht. 😉 Daher ist die Qualität auch nicht die allerbeste. Wir wollten sie aber trotzdem gern mit euch teilen, weil wir glauben, dass der Inhalt das einfach wert ist!! Wir hoffen, ihr werdet trotz Nebengeräuschen reich gesegnet!

Leben mit einer Verheißung (Fortsetzung)

11 comments

  1. Zwischen Himmel und Erde says:

    Luisa, vielen Dank für das Teilen deiner berührenden Geschichte! Tja, Gottes Wege sind manchmal so ganz anders als wir uns vorstellen… und es ist gar nicht so einfach, immer zu vertrauen, dass sie gut sind… Doch Er führt zum Ziel und ist treu, wow! Ich bin gespannt auf Teil 2. Und das Lied, das würde ich ganz gerne auch hören… vielleicht Teil 3? 😉
    Herzliche Grüsse
    Sula

  2. Elisabeth says:

    Vielen Dank für das Mitteilen deines Erlebnis mit Gott! Es ist immer ein Wunder wie Gott als Vater seiner Kinder die Gebete erhört, obwohl diese nicht automatisch in die Wirklichkeit kommen, erfährt man doch in jedem Schritt Seine Liebe und Sein Beistand. Liebe Grüsse

      • Elisabeth says:

        Liebe Luisa, vielen Dank für Deine Antwort! Ja, es ist schön, wenn wir Gottes Antwort erhalten, da sehen und erleben wir was ER für uns bereit hat. Eine Frage: ist es möglich, dass die Fortsetzung auch schriftlich zu lesen ist? Leider kann ich dein Lied nicht hören, da ich schwerhörig bin und sowie auch nicht den 2. Teil deiner Geschichte. Herzliche Grüsse und Gottes reichen Segen!

  3. Inga says:

    Liebe Luisa, vielen Dank dass Du dieses Erlebnis mit uns teilst, es hat mich sehr berührt und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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