Klopf, klopf,…

klopf, klopf

                                                                                                                 von Birgit Adam

Jesus steht vor der Tür und klopft an.
Was will er? Hat er sich vielleicht in der Tür geirrt und will eigentlich zu meinem Nachbarn? Will er eine Nachricht überbringen oder gar ein Päckchen abgeben? Oder will er etwa reinkommen?? Und dann?

Merkst du nicht, dass ich vor der Tür stehe und anklopfe? Wer meine Stimme hört und mir öffnet, zu dem werde ich hineingehen, und wir werden miteinander essen – ich mit ihm und er mit mir.
Offenbarung 3/ 20

Stell dir vor dein Herz hat eine Tür – wie eine Wohnung.
Und Jesus steht davor und klopft an dein Herz.
Was machst du? Hoffst du, dass er einfach wieder aufhört… wenn du ihn lang genug ignorierst, dass er dann weggeht?

Manchmal verhalten wir uns so. Jesus klopft bei uns an und wir wollen irgendwie nicht aufmachen. Vielleicht aus Angst, dass es ihm bei mir nicht gefällt? Schließlich ist gar nicht richtig aufgeräumt, und geputzt ist auch nicht. Außerdem ist im Kinderzimmer grad ne Riesenbaustelle… da ist nichts am rechten Platz. Wenn er das sieht?

Wenn er ein Päckchen für mich dabei hat, könnte er es ja auch einfach vor die Tür legen… Naja, ihn abweisen will ich eigentlich auch nicht.
Also räume ich schnell in der Küche den Tisch ab, schiebe ein bisschen Dreck unter den Teppich und öffne die Tür… Vielleicht will er doch nur schnell was loswerden und geht dann wieder? Vielleicht reicht es ja, wenn wir kurz im Flur ein paar Worte wechseln…

Jesus ist höflich. Er wartet. Und als ich die Tür öffne, tritt er ein.

 Was er denn jetzt möchte? Hier bei mir? In meinem Herzen?
Er meint, Paulus hätte damals für die Epheser etwas gebetet, das irgendwie für alle gilt und er will jetzt hier einziehen. Epheser 3, 17

Oookay, jetzt krieg ich leichte Panik. Wohnen?? D.h. wohl aus einem kurzen Plausch im Flur wird wohl nichts??
Gott sei Dank hab ich in der Küche ja noch schnell ein bisschen ‚Ordnung gemacht’…. vielleicht klärt sich das ja alles leichter bei einer Tasse Kaffee!

Also bitte ich Jesus in die Küche und biete ihm einen Kaffee an.
Jesus ist ein netter Gast, er freut sich über den Kaffee. Er mag meine hübsche Tasse (die ein Geburtstagsgeschenk war ;-)) und ich bin irgendwie froh, dass ich ihm gegenüber nicht mit leeren Händen dastehe. Ein paar Kekse finde ich auch noch, die ich ihm anbieten kann und langsam entspanne ich mich…
Eigentlich ganz nett… mit Jesus in der Küche sitzen…

Als er mich plötzlich nach dem Dreck unter dem Teppich fragt!!

Mir wird heiß und kalt und ich mache mich auf eine Moralpredigt gefasst und ein ‚wie kannst du nur!‘. Aber statt dessen bittet mich Jesus einfach nur den Teppich anzuheben…
okay, ganz wohl ist mir nicht dabei – was, wenn er erkennt WAS ich da alles druntergekehrt hab?! Wobei leugnen kann ich die Beule im Teppich auch nicht wirklich… Also hebe ich zögernd eine Ecke an und schließe die Augen.

Als ich gar nichts höre, blinzele ich etwas und… sehe nichts. Also keinen Dreck!
Ich schaue Jesus an: der zuckt leicht mit den Schultern. Er ist doch jetzt der Mitbewohner und das wäre seine Aufgabe – wenn ich ihm den Dreck zeige, dann beseitigt er ihn.

Mmmh, vielleicht ist Jesus ja tatsächlich ein ganz guter Mitbewohner?! Jedenfalls muss ich mir wohl keine Sorgen darum machen, dass bei mir noch nicht alles tiptop sauber ist… Wenn er sogar Dreck verschwinden lassen kann…

Einen Versuch ist es jedenfalls wert… gründen wir eine WG… 😉

 

Doch wenn wir unsere Sünden bekennen, erweist Gott sich als treu und gerecht: Er vergibt uns unsere Sünden und reinigt uns von allem Unrecht, das wir begangen haben.
1.Johannes 1, 9

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